Stenamma debile

Stenamma debile

Beitragvon Boro » Freitag 16. September 2016, 21:06

Stenamma debile kommt eigentlich weit verbreitet vor, nur man findet sie selten. Entweder man hat das Glück ein Unterstein-Nest zu finden oder man benötigt den Einsatz des Bodensiebs. Die Art lebt sehr versteckt, die Arbeiterinnen furagieren in der Streuauflage. Zur Biologie kann man bei SEIFERT nachlesen (S. 243). Die Fotos sind v. Sohn Roman.
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IMG_9236a.jpg
Einige Merkmale fallen sofort auf: Der lang gestielte Petiolus und die kleinen Augen
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Re: Stenamma debile

Beitragvon Merkur » Samstag 17. September 2016, 09:53

Zur Lebensweise von Stenamma debile wurde hier berichtet: viewtopic.php?f=16&t=895

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Re: Stenamma debile

Beitragvon Merkur » Sonntag 15. September 2019, 19:21

Stenamma debile, Gipfelschwarm

Die Bilder stammen vom 9. Sept. 2012, um ca. 15:00, von einem Ausflug zur Henneburg bei Stadtprozelten am Main. Wenn man auf der linken Mainseite von Miltenberg her kommt,
setzt man mit der Autofähre über den Fluss. Eine schmale Straße führt im Ort hoch zur Burg.

Henneburg_2158.jpg
Die Henneburg über Stadtprozelten am Main
Einer der beiden Türme war zu besteigen, und oben auf der Plattform entdeckten wir eine Ansammlung geflügelter Ameisen, in einer schattigen Spalte unten an der Umfassungsmauer.
Oft sind das dann Männchen von diversen Myrmica-Arten. Hier aber gehörten sie zu der wenig bekannten Myrmicine Stenamma debile. Näheres zu dieser Art ist im AP HIER zu finden.

Hennebg.Stenamma_2164.jpg
Ansammlung von Stenamma-Männchen auf dem Turm
„Gipfelschwärme“ gibt es bei einigen einheimischen Ameisenarten, v. a. aus der Gattung Myrmica. So dachte ich auch zuerst an diese; aber die Tierchen waren zu klein. Aufschluss gab dann erst der Blick durchs Binokular; ein paar Exemplare hatte ich mitgenommen. Vermutlich haben sie am Vormittag geschwärmt, oder am Vorabend.
Sie schwärmen jetzt im Herbst, und gelegentlich wird auch mal eine Gyne entdeckt. Obwohl leicht zu identifizieren anhand des Pfeifenstiel-artig verlängerten Petiolus wird sie gerne doch mit Myrmica verwechselt.
Einen „Haltungsbericht“ (eher einen langen Bericht über die Bestimmung...) findet man HIER im AF von 2010. Die Bestimmung ging von Myrmica rubra-Microgynen über Myrmecina graminicola (wobei ich selbst mich durch die suboptimalen Bilder täuschen ließ) zu Stenamma debile.

Von Haltungsversuchen kann ich nur abraten: Die Art ist kalt-stenotherm. In ihrem Lebensraum im Wald darf es im Nest nie über ca. 20°C warm werden, sonst sterben Larven und Puppen. Außerdem leben sie fast völlig unterirdisch, so dass man wenig von ihnen zu sehen bekommt.

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